Digitalisierung im Krankenhaus 4.0

​Der Bundestag beschloss am 4. Dezember 2015 das "Gesetz für eine sichere digitale Kommunikation und Anwendungen im Gesundheitswesen (E-Health-Gesetz)". Das Gesetz benötigte nicht die Zustimmung des Bundesrates. Es ist seit Anfang 2016 in Kraft und soll bis 2018 umgesetzt werden.

"Mit dem E-Health-Gesetz treiben wir den Fortschritt im Gesundheitswesen voran. Dabei stehen Patientennutzen und Datenschutz im Mittelpunkt. Eine sichere digitale Infrastruktur verbessert die Gesundheitsversorgung und stärkt die Selbstbestimmung der Patienten – das bringt echten Nutzen für die Versicherten und für die Ärzte. Kassen und Industrie stehen jetzt gleichermaßen in der Pflicht, die gesetzlichen Vorgaben im Sinne der Patienten zügig umzusetzen", so Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Theorie und Praxis sind jedoch wie so oft zwei verschiedene Paar Schuhe. Die Umsetzung der Digitalisierung des Gesundheitswesens ist nötig und unumgänglich, da sind sich alle einig. Doch wie wollen die Kliniken, Krankenhäuser und Gesundheitszentren diese Mammutaufgabe bei chronischer Finanzierungsnot stemmen?

Die Lösung kann nur Schritt für Schritt vorangetrieben werden. Wir haben uns das Gesetz einmal genauer angesehen und die drei wichtigsten Schwerpunkte kurz zusammengefasst:

  • Mit dem E-Health-Gesetz wird der Einstieg in die elektronische Patientenakte gefördert. Bis Ende 2018 sind die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Daten der Patienten (z.B. Arztbriefe, Notfalldaten, Daten über die Medikation) in einer elektronischen Patientenakte für die Patienten bereitgestellt werden können. Patienten sind dann in der Lage, ihre Behandler über ihre wichtigsten Gesundheitsdaten zu informieren.
  • Um sinnvolle Anwendungen, wie beispielsweise die Telemedizin weiter auszubauen, muss sichergestellt sein, dass die verschiedenen IT-Systeme miteinander kommunizieren können. Dafür müssen die verwendeten Standards der IT-Systeme im Gesundheitswesen transparent sein. Neue Anwendungen sollen nur noch dann aus den Mitteln der Gesetzlichen Krankenversicherung finanziert werden, wenn die im Gesetz vorgesehenen Festlegungen und Empfehlungen aus dem Interoperabilitätsverzeichnis berücksichtigt werden.
  • Weil immer mehr Menschen Smartphones und andere mobile Endgeräte für Gesundheitsanwendungen nutzen, soll bis Ende 2016 geprüft werden, ob die Versicherten solche Geräte etwa zur Wahrnehmung ihrer Zugriffsrechte und für die Kommunikation im Gesundheitswesen einsetzen können. 

 

Ziele der Digitalisierung Krankenhaus 4.0:
Krankenhaus.pngUnsere Gesellschaft befindet sich in einem Wandel, weg von der analogen Kommunikation hin zur vermeintlich effizienteren digitalen Kommunikation. Der Schwerpunkt der Debatte fokussierte sich bisher hauptsächlich auf die Einflüsse der Digitalisierung in der Arbeitswelt, mit dem Schwerpunkt der Veränderung von Arbeitsplätzen im Produktionssektor der Industrie 4.0.

Mit dem Krankenhaus 4.0 schreitet die Digitalisierung jetzt auch im Gesundheitswesen weiter voran. Mobilität, Social Media und mobile Geräte haben dort längst die IT erobert. Das führt zu einer neuen Ära des Gesundheitswesens. So sind die wichtigen Patienten-Informationen immer schnellstens am richtigen Behandlungsort.

Virtuelle Coaching-Programme, Apps oder smarte Wearables sind mittlerweile selbstverständlich. Dazu gehören beispielsweise digitale Blutzucker- und Blutdruck-Messgeräte, Fitness-Armbänder: Zum Tracken der täglichen Bewegungen, Laufuhren: Zum Anzeigen von Weg und Pace. Digitale Lösungen können so unsere Gesundheit fördern und helfen Krankheiten zu vermeiden oder begleiten uns therapeutisch.

Der gesamte Healthcare-Bereich bedarf einer dringenden digitalen Transformation. Einmal natürlich um die überall explodierenden Kosten in der medizinischen Versorgung einzudämmen. Weitere Gründe sind das Wachstum der Bevölkerung und die generelle Verlängerung des durchschnittlichen Lebensalters – beide benötigen mehr Effizienz.

Ebenso werden sich im Zuge der Digitalisierung vermutlich die Verhaltensweisen der Patienten und des medizinischem Personal stark verändern: Durch mobile Technologien wird sich die Gesundheitsversorgung aus den Arztpraxen und Krankenhäusern weg bewegen – dorthin, wo sich die Patienten aufhalten.

Das bedeute in der Folge zweierlei: Die Ergebnisse der Gesundheitsversorgung werden sich deutlich verbessern und gleichzeitig lassen sich die Kosten des Gesundheitssystems herunterfahren. Ein großer Teil der Bevölkerung ist jetzt schon in der Reichweite mobiler Netzwerke. Dieses Reservoir wird erst zum Teil für die Gesundheitsversorgung genutzt.


Ausblick und kritische Bemerkungen
Krankenhaus-2.pngMit der Digitalisierung sollen die Kosten des Gesundheitswesens heruntergefahren und mehr Ressourcen für die persönliche Patientenbetreuung  geschaffen werden. Doch der Weg dorthin wird ein schwieriger sein.  Denn bisher werden diese Schritte nicht genügend gefördert. Das Gesundheitswesen muss diesen Weg aus eigenen Mitteln, die nicht vorhanden sind, finanzieren. Hinzu kommt die dauerhafte Ressourcenknappheit. Alleine die Einführung einer digitalen Patientenakte ist eine Herausforderung. Aus belegten Praxisbeispielen kann man entnehmen, dass bei einer eingeführten digitalen Patientenakte das behandelnde Personal immer noch nicht auf die Papierakte verzichtet.

Im Gegensatz zur Industrie stehen im Krankenhaus keine Produktions- und Automatisierungstechniken im Vordergrund, sondern Diagnose- und Therapieprozesse. Die Therapien werden heute häufig durch eine Vielzahl von digitalen Prozessen unterstützt und sogar durch künstliche Intelligenz begleitet. Medizinische Geräte und Medizintechnik ermöglichen bereits autonomes Handeln, doch die Kommunikation zwischen Menschen während der Diagnose und Therapie wird auch in Zukunft für die Heilung des Patienten ein wichtiger Faktor bleiben.

Ein Experten-Team von aXon hat die Branche und den Sektor Healthcare unter die Lupe genommen und Lösungen entwickelt, die Schritt für Schritt die Digitalisierung im Krankenhaus vorantreibt. Ob es um die Organisation aller Prozesse in einem Integrierten Management System (IMS) geht, oder um Dokumentenmanagement oder Prozessautomatisierung sind neben BI-Themen bei der Patientenbehandlung und die Entwicklung von Apps nur ein paar Beispiele zum Krankenhaus 4.0. Möchten Sie mehr über die Möglichkeiten erfahren? Dann sprechen Sie uns an. Wir reichen Ihnen bei Krankenhaus 4.0 die Hand.

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