Was ist Intelligent Process Automation?

​​​​​​​​​​​​​​​​​​
Obwohl die Digitalisierung bereits seit Jahren in aller Munde ist, werden 68% der Geschäftsprozesse in Unternehmen noch in hohem Maße manuell ausgeführt. Repetitive Aufgaben und aufwendige Dokumentationen sind verantwortlich für tausende Stunden verlorener Produktivität. Doch wie können Unternehmen diesem Problem begegnen? An dieser Stelle kommt Intelligent Process Automation (IPA) ins Spiel. IPA ist ein Set verschiedener Technologien, die im Folgenden zum besseren Verständnis kurz erklärt werden sollen. Im Grunde genommen beruht Intelligent Process Automation auf vier konstituierenden Komponenten:

 
  •  Artificial intelligence/machine learning – Die Anwendung von Systemen, die mit Software ausgestattet sind, die menschliche Intelligenzprozesse simuliert und in der Lage ist ohne explizite Anweisungen zu lernen
  • Natural language processing (NLP) – Die Fähigkeit eines Systems zur Spracherkennung
  • ​Robotics – Die Verwendung von Robotern, die in der Lage sind über das Internet of Things (IoT) zu interagieren, zu lernen und autonome Entscheidungen zu treffen
  • Predictive analytics – Die Vorhersage von Outcomes unter der Verwendung von statistischen Algorithmen und machine learning

IPA ist also eine Kombination aus Prozessoptimierungen und IT-Tools, die Arbeitskräfte unterstützt, indem sie repetitive Routineaufgaben übernimmt. Dabei imitiert IPA von Menschen ausgeführte Aktivitäten und lernt im Laufe der Zeit diese sogar besser auszuführen. Hierbei werden herkömmliche Ansätze der regelbasierten Automatisierung durch Fortschritte in den Bereichen des Tiefenlernens und der kognitiven Technologie erweitert. Doch wie genau profitieren Unternehmen vom Einsatz dieser Technologien? Zentrales Versprechen des Einsatzes intelligenter Prozess-Automatisierung sind vor allem deutliche Effizienzsteigerungen. Einer IBM Studie zufolge konnte eines der Fortune 75 Unternehmen aus dem Consumer Goods Bereich seine „trouble tickets“ durch die Einführung eines intelligenten Prozessautomatisierungssystems bis zu 30% schneller bearbeiten und die Mitarbeiterproduktivität sogar um bis zu 50% steigern. Darüber hinaus helfen IPA Systeme operationale Risiken zu verringern und die Leistungen der Mitarbeiter zu steigern aber auch Reaktionszeiten und Kundenerlebnisse zu verbessern. 
 
Doch wie genau funktioniert das nun? Stellen Sie sich eine Versicherungsgesellschaft vor, in der ein Sachbearbeiter im Schadensfall Daten aus vielen verschiedenen Systemen heranziehen muss, um einen angemessenen Service anbieten zu können. Durch den Einsatz von IPA können Roboter manuelle Klicks ersetzen, textlastige Kommunikationen interpretieren und anschließend regelbasierte Entscheidungen treffen, die nicht vorprogrammiert sein müssen. Auf dieser Grundlage macht das System dem Kunden nun Vorschläge und erhebt dabei sämtliche Interaktionen zwischen Kunden und System in Echtzeit.
 
Ziel der Automatisierung ist jedoch nicht notwendigerweise die Menschen zu ersetzen, sondern vielmehr die Arbeit der Menschen zu verändern und neue Arbeitsweisen zu schaffen. So erfordern neue digitale Betriebsprozesse heute und in Zukunft vor allem ein zielgerichtetes Zusammenspiel zwischen Menschen und den zu verarbeitenden Daten. Dabei ist eine „digitale Belegschaft“, die verschiedene betriebliche Prozesse ausführt ideal geeignet, um Aufgaben zu übernehmen, die entweder zu schnell für Menschen sind oder schlichtweg zu viel kostbare Zeit in Anspruch nehmen. Hierdurch gewinnt die menschliche Arbeitskraft Zeit zurück, um das zu tun, wozu sie am besten geeignet ist: strategisch denken, kreativ handeln und zwischenmenschlich interagieren. Untermauert wird dies durch das Beispiel des Finanzdienstleisters UBS. Laut eines Artikels auf der Unternehmenswebsite „wird uns die intelligente Automatisierung vor allem erlauben, Menschen von der Routinearbeit zu befreien und sie so in die Lage zu versetzen, sich auf kreativere Aufgaben zu konzentrieren. Der Gesamtnutzen solcher Verbesserungen für die Wirtschaft könnte groß sein, ebenso wie die Vorteile in Bezug auf Arbeitszufriedenheit und Lebensqualität der Mitarbeiter“.
 
Doch bis es so weit ist liegt ist, liegt noch ein weiter Weg vor den Unternehmen. Auf diesem Weg sollten insbesondere Herausforderungen bei der Akzeptanz durch Mitarbeiter und Kunden nicht unterschätzt werden. Denn IPA verspricht große Vorteile, verursacht aber auch Angst. Deshalb ist es umso wichtiger, dass die Unternehmen ihre Vorteile klar kommunizieren aber auch ehrlich über die Risiken aufklären. Um dauerhaft erfolgreich zu sein, muss die intelligente Prozess Automatisierung dabei vor allem zuverlässig und mit den Compliance Richtlinien der Unternehmen vereinbar sein.
 
Unabhängig davon, wie lange es für Unternehmen dauern wird, diesen Weg zu beschreiten, sind wir der Meinung, dass es getan werden sollte. Denn wir sind davon überzeugt, dass die Auswirkungen, die IPA auf Unternehmen haben wird, signifikant und letztendlich von Vorteil sein werden. 

Möchten Sie mehr über Nintex erfahren, besuchen Sie unsere Veranstaltung "Die clevere Cloud: Das Nintex-Event in der garage33! " am 18. April 2018 bei aXon in Paderborn. Der internationale Worklow-Spezialist Nintex bietet jetzt ebenfalls eine clevere Cloud an. Gerne informieren wir Sie persönlich.
 

Kommentare

Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Kommentar hinzufügen